Glossar
Circulating Supply
Aktualisiert 12. Juni 2026
Circulating Supply ist die Menge an Kryptowährungs-Coins oder -Token, die zu einem gegebenen Zeitpunkt öffentlich verfügbar und im Markt aktiv handelbar sind. Eingeschlossen sind alle Einheiten, die gemintet, ausgegeben oder entsperrt wurden – sofern sie nicht dauerhaft gesperrt, reserviert oder unwiderruflich vernichtet (Burning) sind.
Abgrenzung: Circulating, Total und Max Supply
Die Circulating Supply ist eine von drei gängigen Kennzahlen zur Beschreibung eines Token-Angebots:
- Circulating Supply – tatsächlich im Umlauf befindliche Einheiten, wie oben definiert.
- Total Supply – alle jemals erzeugten Einheiten, inklusive gesperrter oder noch nicht freigegebener Token.
- Max Supply – das absolute Emissionslimit, das protokollseitig niemals überschritten werden kann.
Bitcoin veranschaulicht das Zusammenspiel dieser drei Größen gut: Das Protokoll begrenzt die Max Supply auf 21 Millionen BTC. Die Circulating Supply wächst mit jedem neu geminten Block und nähert sich diesem Limit durch das Bitcoin Halving asymptotisch an – ohne es je zu erreichen. Ethereum hingegen besitzt keine fixe Max Supply; dort verändert die Emission Rate zusammen mit Burning-Mechanismen die umlaufende Menge fortlaufend.
Bedeutung für die Marktkapitalisierung
Die Circulating Supply ist die Basis für die Berechnung der Marktkapitalisierung:
Market Cap = Circulating Supply × aktueller Preis
Diese Kennzahl erlaubt einen relativen Größenvergleich zwischen verschiedenen Projekten, unabhängig vom absoluten Stückpreis. Ein Token mit niedrigem Einzelpreis, aber sehr hoher Circulating Supply kann eine höhere Marktkapitalisierung aufweisen als ein nominal teurer Token mit knappem Angebot.
Darüber hinaus beeinflusst die Circulating Supply das Verwässerungsrisiko: Werden gesperrte Token planmäßig entsperrt und in den Markt entlassen, steigt das umlaufende Angebot – mit potenziell dämpfendem Effekt auf den Preis pro Einheit. Das Verhältnis zwischen Circulating Supply und Total Supply lässt sich als Circulating-to-Total-Ratio quantifizieren und gibt Hinweise darauf, welcher Anteil des Gesamtangebots noch nicht im freien Umlauf ist.
Beim Lesen von Supply-Daten ist grundsätzliche Skepsis angebracht: Methodische Unterschiede in der Erfassung – etwa bei der Behandlung von Team-Wallets oder Protokollreserven – können dazu führen, dass verschiedene Quellen für dasselbe Projekt unterschiedliche Zahlen ausweisen.